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Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt: Hausärzte „unglücklich“ über geringe Anzahl an Impfdosen

06.04.2021 – 09:12

rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg

Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt: Hausärzte „unglücklich“ über geringe Anzahl an Impfdosen


















Berlin (ots)

Zum Start der Corona-Impfungen in Hausarztpraxen hat der Chef des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, Erwartungen an einen schnellen Impf-Fortschritt gedämpft.

Im Inforadio vom rbb sagte Weigeldt am Dienstag, die Hausärzte seien zwar startklar. 35.000 Praxen hätten sich gemeldet und den Impfstoff für diese Woche bestellt; zunächst werde das Präparat von Biontech verimpft. Allerdings gebe es anfangs nur eine geringe Anzahl an Impfdosen, so Weigeldt.

„Das ist etwas, worüber wir nicht ganz glücklich sind, dass wir zunächst im Schnitt ungefähr 20 Dosen pro Praxis bekommen pro Woche. Das ist ein bisschen wenig. Wir haben in Pilotpraxen feststellen können, die es seit März gibt, dass wir in der Routine 60, 70 – auch um 100 – Patienten in der Woche gut impfen können und da würde die Geschwindigkeit sicher nochmal hochgehen.“

Er rechne allerdings damit, dass die Hausarztpraxen zeitnah deutlich mehr Impfdosen bekommen, so Weigeldt. Bei Biontech sei die Produktion noch einmal hochgefahren worden.

Wenn die Impfkampagne bei den Hausärzten voll angelaufen ist, könnten die Impfzentren aus Sicht des Hausärztechefs bald überflüssig sein.

„Ich glaube, dass die Menschen entscheiden müssen, wo sie geimpft werden wollen und man sollte da eben die etablierten und vernünftigen Strukturen nutzen, zumal das ja wahrscheinlich auch länger geht. Man muss ja davon ausgehen, dass wir diese Impfung länger durchführen, dass Auffrischimpfungen durchgeführt werden müssen. Wir sehen Mutationen, da kann es sein, dass wir einen angepassten Impfstoff haben müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass es so ähnlich läuft, wie mit der Grippeschutzimpfung.“

+++

Das Interview können Sie in voller Länge hier hören:

https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/int/202104/06/544348.html

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Rundfunk Berlin-Brandenburg
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Hausärzteverband wünscht sich weniger Bürokratie beim Impfen

06.04.2021 – 10:53

PHOENIX

Hausärzteverband wünscht sich weniger Bürokratie beim Impfen


















Bonn (ots)

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt wünscht sich für die Hausarztpraxen weniger Bürokratie beim Impfen gegen das Corona-Virus. „Wir müssen diese Bürokratie, die das begleitet, runterschrauben. Diese Impfung gegen Covid19 ist eine Impfung wie jede andere auch: Es wird geimpft, es wird dokumentiert, aber es werden nicht neun oder zehn Seiten Papier ausgefüllt“, forderte Weigeldt im Interview mit dem Fernsehsender phoenix. Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten hätten gezeigt, dass die Hausärzte in Deutschland je nach Größe und Organisation „60, 70, 80 oder 100 Patienten in der Woche impfen“ können. Jedoch seien die bis Ende April angekündigten bis zu drei Millionen Impfdosen für die Hausärzte nicht ausreichend, um die tatsächliche Impfkapazität der Hausarztpraxen auszuschöpfen. Dafür seien 4 bis 5 Millionen Dosen erforderlich. Weigeldt unterstützte zugleich den Vorschlag, die auf Halde liegenden Impfdosen jetzt zügig einzusetzen und die Zweitimpfung zu strecken, bis die nächsten größeren Impfstoff-Lieferungen erfolgen.

Das ganze Interview sehen Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=zcKT1ecHih8

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Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt: Hausärzte „unglücklich“ über geringe Anzahl an Impfdosen

06.04.2021 – 09:12

rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg

Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt: Hausärzte „unglücklich“ über geringe Anzahl an Impfdosen


















Berlin (ots)

Zum Start der Corona-Impfungen in Hausarztpraxen hat der Chef des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, Erwartungen an einen schnellen Impf-Fortschritt gedämpft.

Im Inforadio vom rbb sagte Weigeldt am Dienstag, die Hausärzte seien zwar startklar. 35.000 Praxen hätten sich gemeldet und den Impfstoff für diese Woche bestellt; zunächst werde das Präparat von Biontech verimpft. Allerdings gebe es anfangs nur eine geringe Anzahl an Impfdosen, so Weigeldt.

„Das ist etwas, worüber wir nicht ganz glücklich sind, dass wir zunächst im Schnitt ungefähr 20 Dosen pro Praxis bekommen pro Woche. Das ist ein bisschen wenig. Wir haben in Pilotpraxen feststellen können, die es seit März gibt, dass wir in der Routine 60, 70 – auch um 100 – Patienten in der Woche gut impfen können und da würde die Geschwindigkeit sicher nochmal hochgehen.“

Er rechne allerdings damit, dass die Hausarztpraxen zeitnah deutlich mehr Impfdosen bekommen, so Weigeldt. Bei Biontech sei die Produktion noch einmal hochgefahren worden.

Wenn die Impfkampagne bei den Hausärzten voll angelaufen ist, könnten die Impfzentren aus Sicht des Hausärztechefs bald überflüssig sein.

„Ich glaube, dass die Menschen entscheiden müssen, wo sie geimpft werden wollen und man sollte da eben die etablierten und vernünftigen Strukturen nutzen, zumal das ja wahrscheinlich auch länger geht. Man muss ja davon ausgehen, dass wir diese Impfung länger durchführen, dass Auffrischimpfungen durchgeführt werden müssen. Wir sehen Mutationen, da kann es sein, dass wir einen angepassten Impfstoff haben müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass es so ähnlich läuft, wie mit der Grippeschutzimpfung.“

+++

Das Interview können Sie in voller Länge hier hören:

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Rundfunk Berlin-Brandenburg
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BNK appelliert an Aufnahme von Herzkranken in Prio 2Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen und Personal in niedergelassenen Praxen sollten dringend eher geimpft werden

29.03.2021 – 09:00

Bundesverband Niedergelassener Kardiologen e.V. (BNK)

BNK appelliert an Aufnahme von Herzkranken in Prio 2
Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen und Personal in niedergelassenen Praxen sollten dringend eher geimpft werden


















München (ots)

Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) appelliert an die STIKO, in der aktuellen und neuen Pandemie die Einstufung von Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen in die Priorisierungsstufe 2 vorzuziehen. Auch das Personal in niedergelassenen Praxen sollte früher geimpft werden, da sie neben ihrer eigenen Gefährdung vor allem Risikopatienten gefährden. Täglich erreichen die niedergelassenen Kardiologen unzählige Anrufe und Beschwerden verunsicherter und teils verzweifelter Patienten bzw. von deren Angehörigen, die auf eine Impfung warten.

Kardiologische Fachgesellschaften drängen STIKO zur Anpassung

Wie die gemeinsame Stellungnahme der kardiologischen Fachgesellschaften DGK, DGPR, BNK und der Deutschen Herzstiftung (v. 26.3.21) darlegt, ist nicht nachzuvollziehen, warum Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen unverändert erst in der Priorisierungsstufe 3 genannt werden, obwohl zum Beispiel die Herzinsuffizienz einer der wichtigsten Prognosefaktoren für schwere und tödliche Verläufe bei COVID-19 ist.

Laut einer aktuellen Studie im Fachmagazin Lancet liegen in Deutschland die kardialen Komorbiditäten „kardiale Arrhythmien“ (27 %) und „Herzinsuffizienz“ (20 %) bei Patienten mit schwerem und kritischem COVID-Verlauf deutlich häufiger vor als beispielsweise die pneumologische Komorbidität „chronische Lungenerkrankung“ (14 %). Patienten mit vorbestehender Herzinsuffizienz hatten in dieser Erhebung ein vergleichbar hohes Risiko für eine Beatmungstherapie wie Patienten mit vorbestehender Lungenerkrankung (26,8 % versus 24,5 %). Ungeachtet dessen werden beispielhaft Patienten mit chronischer Lungenerkrankung höher priorisiert als Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz.

„Wir appellieren darüber hinaus an die STIKO, unser medizinisches Personal ebenfalls generell in die Priorisierungsstufe 2 einzuordnen. Während wir Ärztinnen und Ärzte selbst inzwischen zu einem Großteil geimpft werden konnten, gefährdet das medizinische Personal durch den teilweise notwendigen engen körperlichen Kontakt z.B. bei Elektrokardiographien die Risikopatienten auch weiterhin“, sagt der BNK-Vorsitzende Dr. Norbert Smetak.

Große Impfbereitschaft bei Fachärzten

Die niedergelassenen Kardiologen zeigen auch eine große Bereitschaft, in ihren Praxen zu impfen. Da sie am besten ihre Patienten kennen und die Impfrisiken individuell einschätzen können, ist es auch aus medizinischer Sicht nur sinnvoll, dass diese Facharztgruppe schnellstmöglich in die Impfkampagne integriert wird.

Über den BNK e. V.

Der BNK ist der größte Kardiologenverband auf vertragsärztlicher Ebene in Deutschland. Er hat derzeit rund 1.300 Mitglieder und repräsentiert damit über 90 Prozent der kardiologischen Praxen. Der Verband ging aus einer Arbeitsgemeinschaft hervor, die 1979 von knapp 100 Fachärzten gegründet wurde. Heute sind die Mitglieder des BNK auf regionaler und Bundesebene in zahlreichen Ausschüssen, Projektgruppen, gesundheits- und berufspolitischen Gruppierungen und in vielen Gremien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) aktiv. Seinen juristischen Sitz hat der BNK in München. Weitere Informationen rund um den BNK finden Sie unter www.bnk.de.

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Tel.: 089 720 187 0
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Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin

29.03.2021 – 08:00

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin


















Berlin (ots)

BMBF fördert Programme für bessere Rahmenbedingungen an Unikliniken für die Forschungstätigkeit von Fachärztinnen und Fachärzten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird künftig ausgewählte Universitätskliniken finanziell dabei unterstützen, ihren Fachärztinnen und Fachärzten mehr Freiräume für ihre Forschungstätigkeit einzuräumen. Dadurch soll der Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung verbessert werden. Die Auswahlentscheidung, an welchen Universitätskliniken in Deutschland entsprechende Programme gefördert werden, ist nunmehr getroffen worden. Unterstützt werden Programme an acht Standorten der Universitätsmedizin. Dafür hat das BMBF insgesamt rund 100 Millionen Euro vorgesehen. In einer ersten Förderrunde sollen bis zu 100 Stellen für forschende Fachärztinnen und Fachärzte geschaffen werden. Der Bund fördert den zusätzlichen Forschungsanteil der Stellen pro Jahr mit bis zu 130.000 Euro je Stelle. Das BMBF unterstützt diese Programme in der Universitätsmedizin für maximal zehn Jahre. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„An den Universitätskliniken in Deutschland sind medizinische Forschung und die Behandlung von Patientinnen und Patienten eng miteinander verbunden. Diese Verknüpfung ist ein zentrales Merkmal der Universitätsmedizin. Sie ermöglicht den Kliniken, die Gesundheitsforschung maßgeblich voranzubringen und wichtige Fortschritte schnell in die Behandlung zu bringen. Der schnelle Wissenstransfer „vom Krankenbett ins Labor und wieder zurück“ muss angesichts der großen Dynamik selbstverständlich sein. Das geht am besten über Menschen. Mit unserer Förderinitiative wollen wir erreichen, dass die Medizinerinnen und Mediziner vor Ort auch für ihre Forschung die besten Rahmenbedingungen haben. Im Klinikalltag ist es häufig die Gruppe der forschenden Fachärztinnen und Fachärzte, auf die es sowohl bei der Forschung als auch bei der Krankenversorgung am meisten ankommt. Sie bilden damit das Rückgrat für einen gelungenen Wissenstransfer. In vielen Fällen aber ist der Spagat zwischen Forschung und Versorgung sehr herausfordernd für die einzelne Ärztin und den einzelnen Arzt. Oft wird die Forschungstätigkeit auf das Wochenende oder den Feierabend verlegt und geht dann zu Lasten von Familie und Freizeit – und belastet zugleich den Wissenstransfer.

Hier setzt unsere Initiative an, mit der wir einen Kulturwandel in der Universitätsmedizin unterstützen wollen. An den Stellen, wo vielleicht Hierarchien und starre Strukturen der Entfaltung der vorhandenen Forschungspotentiale im Wege stehen, wollen wir diese transformieren. Unser Ziel ist, den forschenden Fachärztinnen und Fachärzten bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten. Sie brauchen in ihrem Arbeitsablauf klare Freiräume sowohl für Forschung als auch für die Behandlung der Patientinnen und Patienten. Zu guten Rahmenbedingungen gehören feste Forschungszeiten ebenso wie ein exzellentes Forschungsumfeld, Chancengleichheit und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu werden die in acht ausgewählten Kliniken nun anlaufenden Programme beitragen, die wir durch die Förderung des BMBF ermöglichen – das freut mich sehr.

Unsere Förderinitiative ist auf maximal 10 Jahre angelegt, sie ist also eine Anschubfinanzierung. Wir setzen aber auf Nachhaltigkeit. Wir wünschen uns, dass die ausgewählten Einrichtungen das neue Förderangebot fortführen und fest an den jeweiligen Fakultäten verankern. Und ich zweifle nicht, dass sie es tun werden – denn mit einem solchen Programm wird jeder Standort an Forschungsstärke und Renommee gewinnen! Wir brauchen Forschungsbedingungen, die die Spitzenstellung der deutschen Universitätsmedizin im internationalen Vergleich stärken – und zwar heute genauso wie in Zukunft.“

Hintergrund:

Grundlage der Förderung durch das BMBF ist die „Richtlinie zur Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten in der Universitätsmedizin“ vom 8. Oktober 2020. Zentrale Elemente der nun zur Förderung kommenden Programme sind geschützte Forschungszeiten (idealerweise 50 Prozent der Arbeitszeit) und ein individuell zugeschnittenes Qualifizierungs-, Mentoring- und Führungsprogramm. Die Programme zielen darauf ab, die Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Die Entscheidung des BMBF für die vielversprechendsten Programmkonzepte fiel auf Grundlage der Empfehlungen eines international besetzten Begutachtungsgremiums.

Die Förderinitiative ist so angelegt, dass eine zweite Förderrunde – vorbehaltlich künftiger forschungs- und haushaltspolitischer Entscheidungen – für weitere 100 Advanced Clinician Scientists durchgeführt werden kann.

Die insgesamt acht ausgewählten Standorte sind:

-  Das Programm "CAMINO - Career Advancement in MultIdimeNsional tumOr targeting" des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden ist auf fortgeschrittene klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgerichtet, die translationale onkologische Forschung mit interdisziplinärer und innovativer Patientenbehandlung verknüpfen und dazu das Forschungsumfeld des Biomedizinischen Campus Dresden nutzen. 
-  Die Goethe-Universität Frankfurt und das Universitätsklinikum Frankfurt sprechen mit dem Programm "INITIALISE - Innovations in Infection Medicine" Advanced Clinician Scientists in der Infektionsmedizin an. Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms werden sie in den neuesten Technologien und innovativen Strategien der Arzneimittelforschung und-entwicklung geschult. 
-  Das Programm "IMMediate - Immune-Mediated Diseases" des Universitätsklinikums Freiburg ist in den Themenfeldern Immunologie, Onkologie und Zellbiologie angesiedelt. Es fördert forschende Fachärztinnen und Fachärzte mit einem Fokus auf immunvermittelten Krankheiten, die verschiedene Organe wie etwa Gehirn, Herz, Leber oder Darm betreffen. 
-  Das Programm "Promoting Excellence in Translational Medicine" an der Universitätsmedizin Essen (UME) Advanced Clinician Scientist Academy (UMEA²) wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte unterstützen, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen, um die passgenaue Behandlung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Thematisch wird die Forschung an den Schnittstellen zwischen Gehirn und Herz, Onkologie und Immunologie sowie Transplantation, Immunologie und Infektiologie erfolgen. 
-  Hauptziel des Programms "iIMMUNE - Interfaces in Immunomedicine" der FAU Erlangen-Nürnberg ist es, klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in moderner patientenzentrierter Immunmedizin auszubilden und so zur Entwicklung innovativer Strategien zur Diagnose, Prävention und Behandlung von infektiösen, entzündlichen, autoimmunen, onkologischen und ZNS-Erkrankungen beizutragen. 
-  Das Programm "iSTAR - integrative Advanced Clinician Scientists Targeting Inflammatory and Infectious Disease" des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte im Bereich entzündliche Erkrankungen und Infektionskrankheiten unterstützen. Die Forschung zielt darauf ab, fehlregulierte Entzündungsreaktionen in allen Organen zu entschlüsseln, umzukehren, zu behandeln und zu verhindern. 
-  Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn haben mit "ACCENT - Advanced Clinician Scientist Program Bonn" ein Konzept entwickelt, das forschende Fachärztinnen und Fachärzte zu den Themen Immunpathogenese und Organdysfunktion sowie Gehirn und Neurodegeneration fördert; eingebettet in die Forschungsschwerpunkte Immunologie, Neurowissenschaften, Genetik und Epidemiologie sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Onkologie. 
-  Die Medizinische Fakultät Würzburg setzt mit dem Programm "INTERACT - Interfaces in Translational Research" auf eine disziplinübergreifende Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten. Forschungsgegenstand sind die komplexen Interaktionen zwischen einzelnen Zellen und Gewebe, zwischen einzelnen Organen sowie die Zusammenhänge innerhalb des gesamten Organismus.  

Weitere Informationen:

https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/

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Tel.+49 30 1857-5050
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Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin

29.03.2021 – 08:00

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Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin


















Berlin (ots)

BMBF fördert Programme für bessere Rahmenbedingungen an Unikliniken für die Forschungstätigkeit von Fachärztinnen und Fachärzten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird künftig ausgewählte Universitätskliniken finanziell dabei unterstützen, ihren Fachärztinnen und Fachärzten mehr Freiräume für ihre Forschungstätigkeit einzuräumen. Dadurch soll der Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung verbessert werden. Die Auswahlentscheidung, an welchen Universitätskliniken in Deutschland entsprechende Programme gefördert werden, ist nunmehr getroffen worden. Unterstützt werden Programme an acht Standorten der Universitätsmedizin. Dafür hat das BMBF insgesamt rund 100 Millionen Euro vorgesehen. In einer ersten Förderrunde sollen bis zu 100 Stellen für forschende Fachärztinnen und Fachärzte geschaffen werden. Der Bund fördert den zusätzlichen Forschungsanteil der Stellen pro Jahr mit bis zu 130.000 Euro je Stelle. Das BMBF unterstützt diese Programme in der Universitätsmedizin für maximal zehn Jahre. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„An den Universitätskliniken in Deutschland sind medizinische Forschung und die Behandlung von Patientinnen und Patienten eng miteinander verbunden. Diese Verknüpfung ist ein zentrales Merkmal der Universitätsmedizin. Sie ermöglicht den Kliniken, die Gesundheitsforschung maßgeblich voranzubringen und wichtige Fortschritte schnell in die Behandlung zu bringen. Der schnelle Wissenstransfer „vom Krankenbett ins Labor und wieder zurück“ muss angesichts der großen Dynamik selbstverständlich sein. Das geht am besten über Menschen. Mit unserer Förderinitiative wollen wir erreichen, dass die Medizinerinnen und Mediziner vor Ort auch für ihre Forschung die besten Rahmenbedingungen haben. Im Klinikalltag ist es häufig die Gruppe der forschenden Fachärztinnen und Fachärzte, auf die es sowohl bei der Forschung als auch bei der Krankenversorgung am meisten ankommt. Sie bilden damit das Rückgrat für einen gelungenen Wissenstransfer. In vielen Fällen aber ist der Spagat zwischen Forschung und Versorgung sehr herausfordernd für die einzelne Ärztin und den einzelnen Arzt. Oft wird die Forschungstätigkeit auf das Wochenende oder den Feierabend verlegt und geht dann zu Lasten von Familie und Freizeit – und belastet zugleich den Wissenstransfer.

Hier setzt unsere Initiative an, mit der wir einen Kulturwandel in der Universitätsmedizin unterstützen wollen. An den Stellen, wo vielleicht Hierarchien und starre Strukturen der Entfaltung der vorhandenen Forschungspotentiale im Wege stehen, wollen wir diese transformieren. Unser Ziel ist, den forschenden Fachärztinnen und Fachärzten bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten. Sie brauchen in ihrem Arbeitsablauf klare Freiräume sowohl für Forschung als auch für die Behandlung der Patientinnen und Patienten. Zu guten Rahmenbedingungen gehören feste Forschungszeiten ebenso wie ein exzellentes Forschungsumfeld, Chancengleichheit und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu werden die in acht ausgewählten Kliniken nun anlaufenden Programme beitragen, die wir durch die Förderung des BMBF ermöglichen – das freut mich sehr.

Unsere Förderinitiative ist auf maximal 10 Jahre angelegt, sie ist also eine Anschubfinanzierung. Wir setzen aber auf Nachhaltigkeit. Wir wünschen uns, dass die ausgewählten Einrichtungen das neue Förderangebot fortführen und fest an den jeweiligen Fakultäten verankern. Und ich zweifle nicht, dass sie es tun werden – denn mit einem solchen Programm wird jeder Standort an Forschungsstärke und Renommee gewinnen! Wir brauchen Forschungsbedingungen, die die Spitzenstellung der deutschen Universitätsmedizin im internationalen Vergleich stärken – und zwar heute genauso wie in Zukunft.“

Hintergrund:

Grundlage der Förderung durch das BMBF ist die „Richtlinie zur Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten in der Universitätsmedizin“ vom 8. Oktober 2020. Zentrale Elemente der nun zur Förderung kommenden Programme sind geschützte Forschungszeiten (idealerweise 50 Prozent der Arbeitszeit) und ein individuell zugeschnittenes Qualifizierungs-, Mentoring- und Führungsprogramm. Die Programme zielen darauf ab, die Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Die Entscheidung des BMBF für die vielversprechendsten Programmkonzepte fiel auf Grundlage der Empfehlungen eines international besetzten Begutachtungsgremiums.

Die Förderinitiative ist so angelegt, dass eine zweite Förderrunde – vorbehaltlich künftiger forschungs- und haushaltspolitischer Entscheidungen – für weitere 100 Advanced Clinician Scientists durchgeführt werden kann.

Die insgesamt acht ausgewählten Standorte sind:

-  Das Programm "CAMINO - Career Advancement in MultIdimeNsional tumOr targeting" des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden ist auf fortgeschrittene klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgerichtet, die translationale onkologische Forschung mit interdisziplinärer und innovativer Patientenbehandlung verknüpfen und dazu das Forschungsumfeld des Biomedizinischen Campus Dresden nutzen. 
-  Die Goethe-Universität Frankfurt und das Universitätsklinikum Frankfurt sprechen mit dem Programm "INITIALISE - Innovations in Infection Medicine" Advanced Clinician Scientists in der Infektionsmedizin an. Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms werden sie in den neuesten Technologien und innovativen Strategien der Arzneimittelforschung und-entwicklung geschult. 
-  Das Programm "IMMediate - Immune-Mediated Diseases" des Universitätsklinikums Freiburg ist in den Themenfeldern Immunologie, Onkologie und Zellbiologie angesiedelt. Es fördert forschende Fachärztinnen und Fachärzte mit einem Fokus auf immunvermittelten Krankheiten, die verschiedene Organe wie etwa Gehirn, Herz, Leber oder Darm betreffen. 
-  Das Programm "Promoting Excellence in Translational Medicine" an der Universitätsmedizin Essen (UME) Advanced Clinician Scientist Academy (UMEA²) wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte unterstützen, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen, um die passgenaue Behandlung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Thematisch wird die Forschung an den Schnittstellen zwischen Gehirn und Herz, Onkologie und Immunologie sowie Transplantation, Immunologie und Infektiologie erfolgen. 
-  Hauptziel des Programms "iIMMUNE - Interfaces in Immunomedicine" der FAU Erlangen-Nürnberg ist es, klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in moderner patientenzentrierter Immunmedizin auszubilden und so zur Entwicklung innovativer Strategien zur Diagnose, Prävention und Behandlung von infektiösen, entzündlichen, autoimmunen, onkologischen und ZNS-Erkrankungen beizutragen. 
-  Das Programm "iSTAR - integrative Advanced Clinician Scientists Targeting Inflammatory and Infectious Disease" des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte im Bereich entzündliche Erkrankungen und Infektionskrankheiten unterstützen. Die Forschung zielt darauf ab, fehlregulierte Entzündungsreaktionen in allen Organen zu entschlüsseln, umzukehren, zu behandeln und zu verhindern. 
-  Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn haben mit "ACCENT - Advanced Clinician Scientist Program Bonn" ein Konzept entwickelt, das forschende Fachärztinnen und Fachärzte zu den Themen Immunpathogenese und Organdysfunktion sowie Gehirn und Neurodegeneration fördert; eingebettet in die Forschungsschwerpunkte Immunologie, Neurowissenschaften, Genetik und Epidemiologie sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Onkologie. 
-  Die Medizinische Fakultät Würzburg setzt mit dem Programm "INTERACT - Interfaces in Translational Research" auf eine disziplinübergreifende Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten. Forschungsgegenstand sind die komplexen Interaktionen zwischen einzelnen Zellen und Gewebe, zwischen einzelnen Organen sowie die Zusammenhänge innerhalb des gesamten Organismus.  

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Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin

29.03.2021 – 08:00

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin


















Berlin (ots)

BMBF fördert Programme für bessere Rahmenbedingungen an Unikliniken für die Forschungstätigkeit von Fachärztinnen und Fachärzten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird künftig ausgewählte Universitätskliniken finanziell dabei unterstützen, ihren Fachärztinnen und Fachärzten mehr Freiräume für ihre Forschungstätigkeit einzuräumen. Dadurch soll der Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung verbessert werden. Die Auswahlentscheidung, an welchen Universitätskliniken in Deutschland entsprechende Programme gefördert werden, ist nunmehr getroffen worden. Unterstützt werden Programme an acht Standorten der Universitätsmedizin. Dafür hat das BMBF insgesamt rund 100 Millionen Euro vorgesehen. In einer ersten Förderrunde sollen bis zu 100 Stellen für forschende Fachärztinnen und Fachärzte geschaffen werden. Der Bund fördert den zusätzlichen Forschungsanteil der Stellen pro Jahr mit bis zu 130.000 Euro je Stelle. Das BMBF unterstützt diese Programme in der Universitätsmedizin für maximal zehn Jahre. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„An den Universitätskliniken in Deutschland sind medizinische Forschung und die Behandlung von Patientinnen und Patienten eng miteinander verbunden. Diese Verknüpfung ist ein zentrales Merkmal der Universitätsmedizin. Sie ermöglicht den Kliniken, die Gesundheitsforschung maßgeblich voranzubringen und wichtige Fortschritte schnell in die Behandlung zu bringen. Der schnelle Wissenstransfer „vom Krankenbett ins Labor und wieder zurück“ muss angesichts der großen Dynamik selbstverständlich sein. Das geht am besten über Menschen. Mit unserer Förderinitiative wollen wir erreichen, dass die Medizinerinnen und Mediziner vor Ort auch für ihre Forschung die besten Rahmenbedingungen haben. Im Klinikalltag ist es häufig die Gruppe der forschenden Fachärztinnen und Fachärzte, auf die es sowohl bei der Forschung als auch bei der Krankenversorgung am meisten ankommt. Sie bilden damit das Rückgrat für einen gelungenen Wissenstransfer. In vielen Fällen aber ist der Spagat zwischen Forschung und Versorgung sehr herausfordernd für die einzelne Ärztin und den einzelnen Arzt. Oft wird die Forschungstätigkeit auf das Wochenende oder den Feierabend verlegt und geht dann zu Lasten von Familie und Freizeit – und belastet zugleich den Wissenstransfer.

Hier setzt unsere Initiative an, mit der wir einen Kulturwandel in der Universitätsmedizin unterstützen wollen. An den Stellen, wo vielleicht Hierarchien und starre Strukturen der Entfaltung der vorhandenen Forschungspotentiale im Wege stehen, wollen wir diese transformieren. Unser Ziel ist, den forschenden Fachärztinnen und Fachärzten bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten. Sie brauchen in ihrem Arbeitsablauf klare Freiräume sowohl für Forschung als auch für die Behandlung der Patientinnen und Patienten. Zu guten Rahmenbedingungen gehören feste Forschungszeiten ebenso wie ein exzellentes Forschungsumfeld, Chancengleichheit und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu werden die in acht ausgewählten Kliniken nun anlaufenden Programme beitragen, die wir durch die Förderung des BMBF ermöglichen – das freut mich sehr.

Unsere Förderinitiative ist auf maximal 10 Jahre angelegt, sie ist also eine Anschubfinanzierung. Wir setzen aber auf Nachhaltigkeit. Wir wünschen uns, dass die ausgewählten Einrichtungen das neue Förderangebot fortführen und fest an den jeweiligen Fakultäten verankern. Und ich zweifle nicht, dass sie es tun werden – denn mit einem solchen Programm wird jeder Standort an Forschungsstärke und Renommee gewinnen! Wir brauchen Forschungsbedingungen, die die Spitzenstellung der deutschen Universitätsmedizin im internationalen Vergleich stärken – und zwar heute genauso wie in Zukunft.“

Hintergrund:

Grundlage der Förderung durch das BMBF ist die „Richtlinie zur Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten in der Universitätsmedizin“ vom 8. Oktober 2020. Zentrale Elemente der nun zur Förderung kommenden Programme sind geschützte Forschungszeiten (idealerweise 50 Prozent der Arbeitszeit) und ein individuell zugeschnittenes Qualifizierungs-, Mentoring- und Führungsprogramm. Die Programme zielen darauf ab, die Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Die Entscheidung des BMBF für die vielversprechendsten Programmkonzepte fiel auf Grundlage der Empfehlungen eines international besetzten Begutachtungsgremiums.

Die Förderinitiative ist so angelegt, dass eine zweite Förderrunde – vorbehaltlich künftiger forschungs- und haushaltspolitischer Entscheidungen – für weitere 100 Advanced Clinician Scientists durchgeführt werden kann.

Die insgesamt acht ausgewählten Standorte sind:

-  Das Programm "CAMINO - Career Advancement in MultIdimeNsional tumOr targeting" des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden ist auf fortgeschrittene klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgerichtet, die translationale onkologische Forschung mit interdisziplinärer und innovativer Patientenbehandlung verknüpfen und dazu das Forschungsumfeld des Biomedizinischen Campus Dresden nutzen. 
-  Die Goethe-Universität Frankfurt und das Universitätsklinikum Frankfurt sprechen mit dem Programm "INITIALISE - Innovations in Infection Medicine" Advanced Clinician Scientists in der Infektionsmedizin an. Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms werden sie in den neuesten Technologien und innovativen Strategien der Arzneimittelforschung und-entwicklung geschult. 
-  Das Programm "IMMediate - Immune-Mediated Diseases" des Universitätsklinikums Freiburg ist in den Themenfeldern Immunologie, Onkologie und Zellbiologie angesiedelt. Es fördert forschende Fachärztinnen und Fachärzte mit einem Fokus auf immunvermittelten Krankheiten, die verschiedene Organe wie etwa Gehirn, Herz, Leber oder Darm betreffen. 
-  Das Programm "Promoting Excellence in Translational Medicine" an der Universitätsmedizin Essen (UME) Advanced Clinician Scientist Academy (UMEA²) wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte unterstützen, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen, um die passgenaue Behandlung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Thematisch wird die Forschung an den Schnittstellen zwischen Gehirn und Herz, Onkologie und Immunologie sowie Transplantation, Immunologie und Infektiologie erfolgen. 
-  Hauptziel des Programms "iIMMUNE - Interfaces in Immunomedicine" der FAU Erlangen-Nürnberg ist es, klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in moderner patientenzentrierter Immunmedizin auszubilden und so zur Entwicklung innovativer Strategien zur Diagnose, Prävention und Behandlung von infektiösen, entzündlichen, autoimmunen, onkologischen und ZNS-Erkrankungen beizutragen. 
-  Das Programm "iSTAR - integrative Advanced Clinician Scientists Targeting Inflammatory and Infectious Disease" des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte im Bereich entzündliche Erkrankungen und Infektionskrankheiten unterstützen. Die Forschung zielt darauf ab, fehlregulierte Entzündungsreaktionen in allen Organen zu entschlüsseln, umzukehren, zu behandeln und zu verhindern. 
-  Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn haben mit "ACCENT - Advanced Clinician Scientist Program Bonn" ein Konzept entwickelt, das forschende Fachärztinnen und Fachärzte zu den Themen Immunpathogenese und Organdysfunktion sowie Gehirn und Neurodegeneration fördert; eingebettet in die Forschungsschwerpunkte Immunologie, Neurowissenschaften, Genetik und Epidemiologie sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Onkologie. 
-  Die Medizinische Fakultät Würzburg setzt mit dem Programm "INTERACT - Interfaces in Translational Research" auf eine disziplinübergreifende Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten. Forschungsgegenstand sind die komplexen Interaktionen zwischen einzelnen Zellen und Gewebe, zwischen einzelnen Organen sowie die Zusammenhänge innerhalb des gesamten Organismus.  

Weitere Informationen:

https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/

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Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin

29.03.2021 – 08:00

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin


















Berlin (ots)

BMBF fördert Programme für bessere Rahmenbedingungen an Unikliniken für die Forschungstätigkeit von Fachärztinnen und Fachärzten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird künftig ausgewählte Universitätskliniken finanziell dabei unterstützen, ihren Fachärztinnen und Fachärzten mehr Freiräume für ihre Forschungstätigkeit einzuräumen. Dadurch soll der Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung verbessert werden. Die Auswahlentscheidung, an welchen Universitätskliniken in Deutschland entsprechende Programme gefördert werden, ist nunmehr getroffen worden. Unterstützt werden Programme an acht Standorten der Universitätsmedizin. Dafür hat das BMBF insgesamt rund 100 Millionen Euro vorgesehen. In einer ersten Förderrunde sollen bis zu 100 Stellen für forschende Fachärztinnen und Fachärzte geschaffen werden. Der Bund fördert den zusätzlichen Forschungsanteil der Stellen pro Jahr mit bis zu 130.000 Euro je Stelle. Das BMBF unterstützt diese Programme in der Universitätsmedizin für maximal zehn Jahre. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„An den Universitätskliniken in Deutschland sind medizinische Forschung und die Behandlung von Patientinnen und Patienten eng miteinander verbunden. Diese Verknüpfung ist ein zentrales Merkmal der Universitätsmedizin. Sie ermöglicht den Kliniken, die Gesundheitsforschung maßgeblich voranzubringen und wichtige Fortschritte schnell in die Behandlung zu bringen. Der schnelle Wissenstransfer „vom Krankenbett ins Labor und wieder zurück“ muss angesichts der großen Dynamik selbstverständlich sein. Das geht am besten über Menschen. Mit unserer Förderinitiative wollen wir erreichen, dass die Medizinerinnen und Mediziner vor Ort auch für ihre Forschung die besten Rahmenbedingungen haben. Im Klinikalltag ist es häufig die Gruppe der forschenden Fachärztinnen und Fachärzte, auf die es sowohl bei der Forschung als auch bei der Krankenversorgung am meisten ankommt. Sie bilden damit das Rückgrat für einen gelungenen Wissenstransfer. In vielen Fällen aber ist der Spagat zwischen Forschung und Versorgung sehr herausfordernd für die einzelne Ärztin und den einzelnen Arzt. Oft wird die Forschungstätigkeit auf das Wochenende oder den Feierabend verlegt und geht dann zu Lasten von Familie und Freizeit – und belastet zugleich den Wissenstransfer.

Hier setzt unsere Initiative an, mit der wir einen Kulturwandel in der Universitätsmedizin unterstützen wollen. An den Stellen, wo vielleicht Hierarchien und starre Strukturen der Entfaltung der vorhandenen Forschungspotentiale im Wege stehen, wollen wir diese transformieren. Unser Ziel ist, den forschenden Fachärztinnen und Fachärzten bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten. Sie brauchen in ihrem Arbeitsablauf klare Freiräume sowohl für Forschung als auch für die Behandlung der Patientinnen und Patienten. Zu guten Rahmenbedingungen gehören feste Forschungszeiten ebenso wie ein exzellentes Forschungsumfeld, Chancengleichheit und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu werden die in acht ausgewählten Kliniken nun anlaufenden Programme beitragen, die wir durch die Förderung des BMBF ermöglichen – das freut mich sehr.

Unsere Förderinitiative ist auf maximal 10 Jahre angelegt, sie ist also eine Anschubfinanzierung. Wir setzen aber auf Nachhaltigkeit. Wir wünschen uns, dass die ausgewählten Einrichtungen das neue Förderangebot fortführen und fest an den jeweiligen Fakultäten verankern. Und ich zweifle nicht, dass sie es tun werden – denn mit einem solchen Programm wird jeder Standort an Forschungsstärke und Renommee gewinnen! Wir brauchen Forschungsbedingungen, die die Spitzenstellung der deutschen Universitätsmedizin im internationalen Vergleich stärken – und zwar heute genauso wie in Zukunft.“

Hintergrund:

Grundlage der Förderung durch das BMBF ist die „Richtlinie zur Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten in der Universitätsmedizin“ vom 8. Oktober 2020. Zentrale Elemente der nun zur Förderung kommenden Programme sind geschützte Forschungszeiten (idealerweise 50 Prozent der Arbeitszeit) und ein individuell zugeschnittenes Qualifizierungs-, Mentoring- und Führungsprogramm. Die Programme zielen darauf ab, die Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Die Entscheidung des BMBF für die vielversprechendsten Programmkonzepte fiel auf Grundlage der Empfehlungen eines international besetzten Begutachtungsgremiums.

Die Förderinitiative ist so angelegt, dass eine zweite Förderrunde – vorbehaltlich künftiger forschungs- und haushaltspolitischer Entscheidungen – für weitere 100 Advanced Clinician Scientists durchgeführt werden kann.

Die insgesamt acht ausgewählten Standorte sind:

-  Das Programm "CAMINO - Career Advancement in MultIdimeNsional tumOr targeting" des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden ist auf fortgeschrittene klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgerichtet, die translationale onkologische Forschung mit interdisziplinärer und innovativer Patientenbehandlung verknüpfen und dazu das Forschungsumfeld des Biomedizinischen Campus Dresden nutzen. 
-  Die Goethe-Universität Frankfurt und das Universitätsklinikum Frankfurt sprechen mit dem Programm "INITIALISE - Innovations in Infection Medicine" Advanced Clinician Scientists in der Infektionsmedizin an. Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms werden sie in den neuesten Technologien und innovativen Strategien der Arzneimittelforschung und-entwicklung geschult. 
-  Das Programm "IMMediate - Immune-Mediated Diseases" des Universitätsklinikums Freiburg ist in den Themenfeldern Immunologie, Onkologie und Zellbiologie angesiedelt. Es fördert forschende Fachärztinnen und Fachärzte mit einem Fokus auf immunvermittelten Krankheiten, die verschiedene Organe wie etwa Gehirn, Herz, Leber oder Darm betreffen. 
-  Das Programm "Promoting Excellence in Translational Medicine" an der Universitätsmedizin Essen (UME) Advanced Clinician Scientist Academy (UMEA²) wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte unterstützen, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen, um die passgenaue Behandlung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Thematisch wird die Forschung an den Schnittstellen zwischen Gehirn und Herz, Onkologie und Immunologie sowie Transplantation, Immunologie und Infektiologie erfolgen. 
-  Hauptziel des Programms "iIMMUNE - Interfaces in Immunomedicine" der FAU Erlangen-Nürnberg ist es, klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in moderner patientenzentrierter Immunmedizin auszubilden und so zur Entwicklung innovativer Strategien zur Diagnose, Prävention und Behandlung von infektiösen, entzündlichen, autoimmunen, onkologischen und ZNS-Erkrankungen beizutragen. 
-  Das Programm "iSTAR - integrative Advanced Clinician Scientists Targeting Inflammatory and Infectious Disease" des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte im Bereich entzündliche Erkrankungen und Infektionskrankheiten unterstützen. Die Forschung zielt darauf ab, fehlregulierte Entzündungsreaktionen in allen Organen zu entschlüsseln, umzukehren, zu behandeln und zu verhindern. 
-  Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn haben mit "ACCENT - Advanced Clinician Scientist Program Bonn" ein Konzept entwickelt, das forschende Fachärztinnen und Fachärzte zu den Themen Immunpathogenese und Organdysfunktion sowie Gehirn und Neurodegeneration fördert; eingebettet in die Forschungsschwerpunkte Immunologie, Neurowissenschaften, Genetik und Epidemiologie sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Onkologie. 
-  Die Medizinische Fakultät Würzburg setzt mit dem Programm "INTERACT - Interfaces in Translational Research" auf eine disziplinübergreifende Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten. Forschungsgegenstand sind die komplexen Interaktionen zwischen einzelnen Zellen und Gewebe, zwischen einzelnen Organen sowie die Zusammenhänge innerhalb des gesamten Organismus.  

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BNK appelliert an Aufnahme von Herzkranken in Prio 2Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen und Personal in niedergelassenen Praxen sollten dringend eher geimpft werden

29.03.2021 – 09:00

Bundesverband Niedergelassener Kardiologen e.V. (BNK)

BNK appelliert an Aufnahme von Herzkranken in Prio 2
Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen und Personal in niedergelassenen Praxen sollten dringend eher geimpft werden


















München (ots)

Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) appelliert an die STIKO, in der aktuellen und neuen Pandemie die Einstufung von Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen in die Priorisierungsstufe 2 vorzuziehen. Auch das Personal in niedergelassenen Praxen sollte früher geimpft werden, da sie neben ihrer eigenen Gefährdung vor allem Risikopatienten gefährden. Täglich erreichen die niedergelassenen Kardiologen unzählige Anrufe und Beschwerden verunsicherter und teils verzweifelter Patienten bzw. von deren Angehörigen, die auf eine Impfung warten.

Kardiologische Fachgesellschaften drängen STIKO zur Anpassung

Wie die gemeinsame Stellungnahme der kardiologischen Fachgesellschaften DGK, DGPR, BNK und der Deutschen Herzstiftung (v. 26.3.21) darlegt, ist nicht nachzuvollziehen, warum Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen unverändert erst in der Priorisierungsstufe 3 genannt werden, obwohl zum Beispiel die Herzinsuffizienz einer der wichtigsten Prognosefaktoren für schwere und tödliche Verläufe bei COVID-19 ist.

Laut einer aktuellen Studie im Fachmagazin Lancet liegen in Deutschland die kardialen Komorbiditäten „kardiale Arrhythmien“ (27 %) und „Herzinsuffizienz“ (20 %) bei Patienten mit schwerem und kritischem COVID-Verlauf deutlich häufiger vor als beispielsweise die pneumologische Komorbidität „chronische Lungenerkrankung“ (14 %). Patienten mit vorbestehender Herzinsuffizienz hatten in dieser Erhebung ein vergleichbar hohes Risiko für eine Beatmungstherapie wie Patienten mit vorbestehender Lungenerkrankung (26,8 % versus 24,5 %). Ungeachtet dessen werden beispielhaft Patienten mit chronischer Lungenerkrankung höher priorisiert als Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz.

„Wir appellieren darüber hinaus an die STIKO, unser medizinisches Personal ebenfalls generell in die Priorisierungsstufe 2 einzuordnen. Während wir Ärztinnen und Ärzte selbst inzwischen zu einem Großteil geimpft werden konnten, gefährdet das medizinische Personal durch den teilweise notwendigen engen körperlichen Kontakt z.B. bei Elektrokardiographien die Risikopatienten auch weiterhin“, sagt der BNK-Vorsitzende Dr. Norbert Smetak.

Große Impfbereitschaft bei Fachärzten

Die niedergelassenen Kardiologen zeigen auch eine große Bereitschaft, in ihren Praxen zu impfen. Da sie am besten ihre Patienten kennen und die Impfrisiken individuell einschätzen können, ist es auch aus medizinischer Sicht nur sinnvoll, dass diese Facharztgruppe schnellstmöglich in die Impfkampagne integriert wird.

Über den BNK e. V.

Der BNK ist der größte Kardiologenverband auf vertragsärztlicher Ebene in Deutschland. Er hat derzeit rund 1.300 Mitglieder und repräsentiert damit über 90 Prozent der kardiologischen Praxen. Der Verband ging aus einer Arbeitsgemeinschaft hervor, die 1979 von knapp 100 Fachärzten gegründet wurde. Heute sind die Mitglieder des BNK auf regionaler und Bundesebene in zahlreichen Ausschüssen, Projektgruppen, gesundheits- und berufspolitischen Gruppierungen und in vielen Gremien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) aktiv. Seinen juristischen Sitz hat der BNK in München. Weitere Informationen rund um den BNK finden Sie unter www.bnk.de.

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Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin

29.03.2021 – 08:00

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Karliczek: Wir stärken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin


















Berlin (ots)

BMBF fördert Programme für bessere Rahmenbedingungen an Unikliniken für die Forschungstätigkeit von Fachärztinnen und Fachärzten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird künftig ausgewählte Universitätskliniken finanziell dabei unterstützen, ihren Fachärztinnen und Fachärzten mehr Freiräume für ihre Forschungstätigkeit einzuräumen. Dadurch soll der Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung verbessert werden. Die Auswahlentscheidung, an welchen Universitätskliniken in Deutschland entsprechende Programme gefördert werden, ist nunmehr getroffen worden. Unterstützt werden Programme an acht Standorten der Universitätsmedizin. Dafür hat das BMBF insgesamt rund 100 Millionen Euro vorgesehen. In einer ersten Förderrunde sollen bis zu 100 Stellen für forschende Fachärztinnen und Fachärzte geschaffen werden. Der Bund fördert den zusätzlichen Forschungsanteil der Stellen pro Jahr mit bis zu 130.000 Euro je Stelle. Das BMBF unterstützt diese Programme in der Universitätsmedizin für maximal zehn Jahre. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„An den Universitätskliniken in Deutschland sind medizinische Forschung und die Behandlung von Patientinnen und Patienten eng miteinander verbunden. Diese Verknüpfung ist ein zentrales Merkmal der Universitätsmedizin. Sie ermöglicht den Kliniken, die Gesundheitsforschung maßgeblich voranzubringen und wichtige Fortschritte schnell in die Behandlung zu bringen. Der schnelle Wissenstransfer „vom Krankenbett ins Labor und wieder zurück“ muss angesichts der großen Dynamik selbstverständlich sein. Das geht am besten über Menschen. Mit unserer Förderinitiative wollen wir erreichen, dass die Medizinerinnen und Mediziner vor Ort auch für ihre Forschung die besten Rahmenbedingungen haben. Im Klinikalltag ist es häufig die Gruppe der forschenden Fachärztinnen und Fachärzte, auf die es sowohl bei der Forschung als auch bei der Krankenversorgung am meisten ankommt. Sie bilden damit das Rückgrat für einen gelungenen Wissenstransfer. In vielen Fällen aber ist der Spagat zwischen Forschung und Versorgung sehr herausfordernd für die einzelne Ärztin und den einzelnen Arzt. Oft wird die Forschungstätigkeit auf das Wochenende oder den Feierabend verlegt und geht dann zu Lasten von Familie und Freizeit – und belastet zugleich den Wissenstransfer.

Hier setzt unsere Initiative an, mit der wir einen Kulturwandel in der Universitätsmedizin unterstützen wollen. An den Stellen, wo vielleicht Hierarchien und starre Strukturen der Entfaltung der vorhandenen Forschungspotentiale im Wege stehen, wollen wir diese transformieren. Unser Ziel ist, den forschenden Fachärztinnen und Fachärzten bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten. Sie brauchen in ihrem Arbeitsablauf klare Freiräume sowohl für Forschung als auch für die Behandlung der Patientinnen und Patienten. Zu guten Rahmenbedingungen gehören feste Forschungszeiten ebenso wie ein exzellentes Forschungsumfeld, Chancengleichheit und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu werden die in acht ausgewählten Kliniken nun anlaufenden Programme beitragen, die wir durch die Förderung des BMBF ermöglichen – das freut mich sehr.

Unsere Förderinitiative ist auf maximal 10 Jahre angelegt, sie ist also eine Anschubfinanzierung. Wir setzen aber auf Nachhaltigkeit. Wir wünschen uns, dass die ausgewählten Einrichtungen das neue Förderangebot fortführen und fest an den jeweiligen Fakultäten verankern. Und ich zweifle nicht, dass sie es tun werden – denn mit einem solchen Programm wird jeder Standort an Forschungsstärke und Renommee gewinnen! Wir brauchen Forschungsbedingungen, die die Spitzenstellung der deutschen Universitätsmedizin im internationalen Vergleich stärken – und zwar heute genauso wie in Zukunft.“

Hintergrund:

Grundlage der Förderung durch das BMBF ist die „Richtlinie zur Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten in der Universitätsmedizin“ vom 8. Oktober 2020. Zentrale Elemente der nun zur Förderung kommenden Programme sind geschützte Forschungszeiten (idealerweise 50 Prozent der Arbeitszeit) und ein individuell zugeschnittenes Qualifizierungs-, Mentoring- und Führungsprogramm. Die Programme zielen darauf ab, die Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Die Entscheidung des BMBF für die vielversprechendsten Programmkonzepte fiel auf Grundlage der Empfehlungen eines international besetzten Begutachtungsgremiums.

Die Förderinitiative ist so angelegt, dass eine zweite Förderrunde – vorbehaltlich künftiger forschungs- und haushaltspolitischer Entscheidungen – für weitere 100 Advanced Clinician Scientists durchgeführt werden kann.

Die insgesamt acht ausgewählten Standorte sind:

-  Das Programm "CAMINO - Career Advancement in MultIdimeNsional tumOr targeting" des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden ist auf fortgeschrittene klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgerichtet, die translationale onkologische Forschung mit interdisziplinärer und innovativer Patientenbehandlung verknüpfen und dazu das Forschungsumfeld des Biomedizinischen Campus Dresden nutzen. 
-  Die Goethe-Universität Frankfurt und das Universitätsklinikum Frankfurt sprechen mit dem Programm "INITIALISE - Innovations in Infection Medicine" Advanced Clinician Scientists in der Infektionsmedizin an. Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms werden sie in den neuesten Technologien und innovativen Strategien der Arzneimittelforschung und-entwicklung geschult. 
-  Das Programm "IMMediate - Immune-Mediated Diseases" des Universitätsklinikums Freiburg ist in den Themenfeldern Immunologie, Onkologie und Zellbiologie angesiedelt. Es fördert forschende Fachärztinnen und Fachärzte mit einem Fokus auf immunvermittelten Krankheiten, die verschiedene Organe wie etwa Gehirn, Herz, Leber oder Darm betreffen. 
-  Das Programm "Promoting Excellence in Translational Medicine" an der Universitätsmedizin Essen (UME) Advanced Clinician Scientist Academy (UMEA²) wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte unterstützen, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen, um die passgenaue Behandlung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Thematisch wird die Forschung an den Schnittstellen zwischen Gehirn und Herz, Onkologie und Immunologie sowie Transplantation, Immunologie und Infektiologie erfolgen. 
-  Hauptziel des Programms "iIMMUNE - Interfaces in Immunomedicine" der FAU Erlangen-Nürnberg ist es, klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in moderner patientenzentrierter Immunmedizin auszubilden und so zur Entwicklung innovativer Strategien zur Diagnose, Prävention und Behandlung von infektiösen, entzündlichen, autoimmunen, onkologischen und ZNS-Erkrankungen beizutragen. 
-  Das Programm "iSTAR - integrative Advanced Clinician Scientists Targeting Inflammatory and Infectious Disease" des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wird forschende Fachärztinnen und Fachärzte im Bereich entzündliche Erkrankungen und Infektionskrankheiten unterstützen. Die Forschung zielt darauf ab, fehlregulierte Entzündungsreaktionen in allen Organen zu entschlüsseln, umzukehren, zu behandeln und zu verhindern. 
-  Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn haben mit "ACCENT - Advanced Clinician Scientist Program Bonn" ein Konzept entwickelt, das forschende Fachärztinnen und Fachärzte zu den Themen Immunpathogenese und Organdysfunktion sowie Gehirn und Neurodegeneration fördert; eingebettet in die Forschungsschwerpunkte Immunologie, Neurowissenschaften, Genetik und Epidemiologie sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Onkologie. 
-  Die Medizinische Fakultät Würzburg setzt mit dem Programm "INTERACT - Interfaces in Translational Research" auf eine disziplinübergreifende Förderung von forschenden Fachärztinnen und Fachärzten. Forschungsgegenstand sind die komplexen Interaktionen zwischen einzelnen Zellen und Gewebe, zwischen einzelnen Organen sowie die Zusammenhänge innerhalb des gesamten Organismus.  

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